Forschungskolloquium Mutterschaften erforschen
Mutterschaften erforschen Politisch. Intersektional. Widerständig.
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Kaum ein gesellschaftliches Feld ist so stark normiert und zugleich so politisch aufgeladen wie Mutterschaft: Zwischen Tradwife-Ästhetik und neoliberaler Selbstoptimierung ist sie zum ideologischen Schlachtfeld geworden. In der öffentlichen Auseinandersetzung wird Mutterschaft zunehmend von rechten und neokonservativen Bewegungen instrumentalisiert, was in der zugleich entpolitisierten, naturalisierten und ästhetisierten Inszenierung der weißen „Tradwife“ gipfelt. Alternativ dominieren neoliberale Produktivitäts- und Selbstoptimierungsimperative sowie individualisierende Vereinbarkeitsdogmen, die strukturelle Probleme privatisieren. Das hegemoniale Narrativ lautet: Wer es nicht schafft, den grenzenlosen, überfordernden und teils widersprüchlichen Anforderungen an Mutterschaft gerecht zu werden, ist selbst schuld. Dem möchten wir als Netzwerk Mutterschaft und Wissenschaft uisamme mit dem icp – institute for critique and practice gGmbH und FEM POWER Vision eine dezidiert strukturanalytische, queer-feministische und intersektionale Perspektive entgegensetzen. Wir wollen Mutterschaft jenseits von Naturalisierungen, Moralisierungen und neoliberalen Verkürzungen als politische Praxis begreifen und analytisch neu verorten.
Denn es tut sich etwas: Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichsten Disziplinen arbeiten daran, Mutterschaft über den engen Horizont einer „feminisierten Sorgepraxis“ hinaus zu beschreiben, zu analysieren und neu zu konzeptualisieren. Zunehmend wird Mutterschaft als proaktive feministische und politische Seinsweise verstanden – als Praxis, die gesellschaftl-iche Ordnungen, Machtverhältnisse und Ungleichheiten nicht nur reproduzieren, sondern auch infrage stellen und transformieren kann.
Das interdisziplinäre Kolloquium „Mutterschaften erforschen“ greift diese Entwicklungen auf. Ziel ist es, Mutterschaft als politisches, intersektionales und queer-feministisches Thema sichtbar zu machen, bestehende theoretische wie empirische Ansätze zusammenzuführen und einen offenen, solidarischen Raum für Austausch, Diskussion und Weiterentwicklung zu schaffen.
Das Kolloquium ist als freundliches, offenes Format (friendly/open colloquium) angelegt. Eingeladen sind Early-Career-Forschende und bereits etablierte Wissenschaftler*innen aus
unterschiedlichen Disziplinen und Interessierte.